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Reverion: Series B über 175 Millionen Dollar, alle Zahlen

Reverion schloss am 29. September 2026 eine Series B über 175 Millionen US-Dollar ab, angeführt von Kembara, berichtet Startbase. EU-Startups nennt dafür 154,2 Millionen Euro.

Von Carolin Rademacher, Redakteurin Zahlen und Einordnung

Reverion: Series B über 175 Millionen Dollar, alle Zahlen
Symbolbild: Founder Nation (KI-generiert)

Stand: 2. Oktober 2026

Startbase berichtet, Reverion habe am 29. September 2026 eine Series B über 175 Millionen US-Dollar abgeschlossen, angeführt vom europäischen DeepTech- und Klimafonds Kembara. EU-Startups nennt für denselben Abschluss 154,2 Millionen Euro, Business Insider schreibt von 175 Millionen US-Dollar beziehungsweise 154 Millionen Euro, Munich Startup von etwa 153 Millionen Euro bei 175 Millionen Dollar. Gemeint ist dieselbe Runde; die Dollarangabe steht in allen vier Berichten identisch, die Euroangaben unterscheiden sich durch Umrechnung und Rundung.

Dieses Dokument sammelt, was zu Reverion mit Datum und Quelle belegt ist: Volumen und Investoren der Series B, die Vorgängerrunde, Förderung, Anlagen im Kundenbetrieb, Beschäftigtenzahl und die Pläne für den neuen Produktionsstandort. Es wird bei neuen Belegen aktualisiert, nicht neu geschrieben.

Wer investiert hat

Als Lead-Investor nennt Munich Startup Kembara, einen europäischen Wachstumsfonds mit Fokus auf Deeptech und Klimatechnologien. EU-Startups ordnet Kembara als den 1-Milliarde-Euro-DeepTech- und Klimafonds von Mundi Ventures ein. Diese Fondsgröße stammt aus dem Bericht von EU-Startups, nicht aus einer Mitteilung des Fonds selbst.

Als neue Investoren führt Munich Startup Allianz, KfW Capital über ein von UVC Partners verwaltetes SPV, aurum Impact und Carbon Equity auf. Business Insider nennt dieselben Namen, ohne die SPV-Konstruktion zu erwähnen. Nach der ausführlicheren Darstellung läuft die Beteiligung von KfW Capital also nicht direkt, sondern über eine Zweckgesellschaft.

Die Finanzierungshistorie vor der Series B

Die Series A von 2024 betrug knapp 56 Millionen Euro (62 Millionen Dollar) und wurde von Energy Impact Partners angeführt, so Munich Startup. Zum Zeitpunkt dieser Runde meldete Reverion nach derselben Quelle Kunden-Vorbestellungen von mehr als circa 88 Millionen Euro (100 Millionen Dollar).

Im März 2025 erhielt Reverion laut EU-Startups 19,5 Millionen Euro Förderung vom European Innovation Fund (InnovFund). Diese Summe ist öffentliches Geld und kommt zu den beiden Eigenkapitalrunden hinzu. Zusammengerechnet ergibt sich aus den belegten Angaben ein Zufluss von 62 Millionen Dollar, 19,5 Millionen Euro Förderung und 175 Millionen Dollar innerhalb von rund zwei Jahren.

Was heute im Betrieb ist

Sieben Reverion-Anlagen befinden sich nach Unternehmensangaben im regulären Kundenbetrieb, mit einer Leistung pro Einheit von bis zu 500 Kilowatt, berichtet Munich Startup. Startbase nennt dieselbe Anlagenzahl und gibt die Leistung mit jeweils 500 Kilowatt an. Sieben Einheiten zu 500 Kilowatt entsprechen 3,5 Megawatt installierter Leistung, wenn alle Anlagen die Obergrenze erreichen.

Im September 2025 meldete Reverion für eine Anlage im Kundenbetrieb einen elektrischen Wirkungsgrad von 74,2 Prozent, so Munich Startup. Startbase schreibt, Reverion gebe diesen Wert für seine reversiblen Brennstoffzellenkraftwerke an, gemessen im laufenden Kundenbetrieb. Business Insider ergänzt, die Technologie funktioniere nach Unternehmensangaben bidirektional, also zur Umwandlung von Gas in Strom und umgekehrt. Alle drei Angaben gehen auf das Unternehmen zurück, eine unabhängige Messung ist in den Berichten nicht genannt.

Die geplante Fabrik

Die Megafactory soll eine jährliche Fertigungskapazität von 250 Megawatt erreichen, berichten Munich Startup, EU-Startups und Startbase übereinstimmend. Das Unternehmen bezeichnet das als Verzehnfachung der bisherigen Fertigungskapazität. Eine absolute Zahl zur heutigen Kapazität nennen die Berichte nicht, der Faktor steht ohne Ausgangswert.

Den Standort sucht Reverion laut Business Insider in Europa, voraussichtlich in Deutschland, mit Anforderungen von 100.000 Quadratmetern Gesamtfläche und 30.000 Quadratmetern für Gebäude. Startbase schreibt von einem neuen Produktionsstandort in Deutschland. Eine Standortentscheidung ist in keinem der Belege genannt.

Arbeitsplätze und die Zahl 800

Am Stammsitz in Eresing ist das Team von rund 100 auf mehr als 200 Beschäftigte gewachsen, berichtet Munich Startup; EU-Startups nennt denselben Verlauf. Am geplanten Produktionsstandort sollen nach Unternehmensangaben bis zu 800 neue Arbeitsplätze entstehen. Startbase formuliert vorsichtiger und schreibt, es könnten bis zu 800 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen.

Business Insider berichtet, Reverion plane die Einstellung von 800 Mitarbeitern in einer neuen Fabrik und suche Monteure, Schweißer, Elektriker und Verwaltungskräfte mit guter Grundausbildung. Die Zahl 800 ist in allen Belegen eine Absicht des Unternehmens, keine getätigte Einstellung. Sie hängt an einer Fabrik, deren Standort noch nicht benannt ist.

Die Pipeline-Zahl

Die von Reverion genannte Projektpipeline soll ein potenzielles Umsatzvolumen von mehr als 1,76 Milliarden Euro (2 Milliarden Dollar) umfassen, berichtet Munich Startup. Startbase gibt denselben Wert mit mehr als zwei Milliarden US-Dollar an. Beide Angaben stammen vom Unternehmen.

Eine Pipeline ist kein Auftragsbestand. Die Belege sagen nicht, welcher Anteil vertraglich gebunden ist, über welchen Zeitraum sich das Volumen verteilt und wie es sich zu den bei der Series A gemeldeten Vorbestellungen von mehr als circa 88 Millionen Euro verhält. Daraus folgt, dass die Zwei-Milliarden-Angabe als Größenordnung eines Marktinteresses zu lesen ist, nicht als erwarteter Umsatz.

Was das Unternehmen selbst sagt

CEO Stephan Herrmann wird von Business Insider mit den Worten zitiert: "Was die Welt braucht, ist sauberer Strom auf Abruf. Mit dem Abschluss der Series B legen wir den Grundstein für die industrielle Großserienfertigung unserer Technologie." Belegt ist damit, dass die Aussage gefallen ist, nicht ihr Inhalt.

Was offen ist

Eine Mitteilung von Reverion selbst liegt uns nicht vor; alle Angaben in diesem Dokument stammen aus Berichten von Munich Startup, EU-Startups, Business Insider und Startbase, die sich auf das Unternehmen beziehen. Eine Eintragung der Kapitalerhöhung im Handelsregister ist in keinem der Belege genannt, ebenso wenig ein Bewertungsniveau, ein Umsatz oder ein hinterlegter Jahresabschluss. Der Standort der geplanten Fabrik steht nach den vorliegenden Berichten nicht fest.

Einordnung

Drei Zahlen tragen die Berichterstattung: 175 Millionen Dollar Finanzierung, 250 Megawatt geplante Jahreskapazität und bis zu 800 Arbeitsplätze. Nur die erste beschreibt einen vollzogenen Vorgang, die beiden anderen sind Planwerte aus Unternehmensangaben. Belegt vollzogen sind daneben sieben Anlagen im Kundenbetrieb und der Anstieg auf mehr als 200 Beschäftigte in Eresing.

Was die Zahlen nicht zeigen: wie viel Umsatz Reverion macht, zu welcher Bewertung die Runde erfolgte und wann die Fabrik produzieren soll. Diese Angaben stehen in keinem der vorliegenden Belege.