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Branchen im 1. Halbjahr 2026: 844 Software-Gründungen, 1,6 Milliarden für Hardware

Software stellte im 1. Halbjahr 2026 mit 844 von 3.053 neuen Startups die größte Gruppe, das meiste Wagniskapital ging mit mehr als 1,6 Milliarden Euro an Hardware. Jedes dritte neue Startup hat laut Startup-Verband einen klaren KI-Bezug. Was die Zahlen für Tech 25, Climate 25, Health 25, Fintech 25 und Commerce 25 bedeuten.

Ida Merzbach, Redakteurin Branchen, Regionen, Gründerinnen, Investoren3 Min. Lesezeit

Branchen im 1. Halbjahr 2026: 844 Software-Gründungen, 1,6 Milliarden für Hardware
Symbolbild: Founder Nation (KI-generiert)

Software ist die Branche mit den meisten neuen Startups, Hardware die mit dem meisten Kapital. Im 1. Halbjahr 2026 zählten Startup-Verband und startupdetector 844 Software-Gründungen von insgesamt 3.053. EY weist für denselben Zeitraum mehr als 1,6 Milliarden Euro Wagniskapital für Hardware aus, für Software und Analytics mehr als 1,2 Milliarden. Die beiden Quellen schneiden Branchen verschieden; zusammen zeigen sie, wo unsere fünf Branchenlisten viele Kandidaten erwarten können und wo viel Geld.

Neugründungen nach Branche

Branche 1. Hj. 2026 Veränderung zum 2. Hj. 2025 Platz im 2. Hj. 2025
Software 844 +79 % 1
Medizin 274 +21 % 2
Food 181 +7 % 3
Medien 138 +68 % 7
Bildung 136 +53 % 6
Industrie 128 +125 % 12
Werbung 120 +52 % 9
Finanzen 114 +61 % 10
Personal 108 +54 % 11
E-Commerce 108 +19 % 5

Alle zehn Branchen legten zu. Industrie wuchs am stärksten und stieg von Platz 12 auf Platz 6. E-Commerce fiel von Platz 5 auf Platz 9. Quer zu den Branchen misst der Report den KI-Bezug: 34 Prozent der neuen Startups, 1.038 Unternehmen, haben einen klaren KI-Bezug im Geschäftsmodell, nach 27 Prozent im Jahr 2025.

Wagniskapital nach Sektor

Sektor (EY) Volumen 1. Hj. 2026
Hardware mehr als 1,6 Mrd. €
Software & Analytics mehr als 1,2 Mrd. €
Verteidigung 579 Mio. €
Health mehr als 450 Mio. €
Energy mehr als 450 Mio. €

EY nennt nur die fünf größten Sektoren; Fintech und E-Commerce stehen nicht in der Mitteilung. Der Hardware-Wert enthält die Runde von NEURA Robotics, die EY mit knapp 1,2 Milliarden Euro zählt.

Insolvenzen als Gegenzahl

Der Report zählt auch Insolvenzen von Startups bis zehn Jahre, zusammengefasst für 2025 und das 1. Halbjahr 2026. Die meisten entfallen auf Medizin (56), E-Commerce (45), Food (40), Software (37) und Industrie (28). Medizin steht damit sowohl bei den Gründungen als auch bei den Insolvenzen weit oben.

Was das für die Branchenlisten heißt

Unsere Branchen sind Attribute aus Belegen, nicht aus Selbstbeschreibungen. Die Tech 25 fasst Software, KI und Deeptech zusammen; hier ist die Kandidatenbasis nach beiden Quellen am breitesten. Die Health 25 trifft auf viele Gründungen und mehr als 450 Millionen Euro Kapital; Zulassungen zählen dort nur aus Behördendatenbanken. Die Climate 25 hat in der EY-Mitteilung mit Energy einen eigenen Sektor über 450 Millionen Euro, in der Gründungsstatistik keine eigene Zeile. Für die Fintech 25 gibt es 114 neue Startups im Bereich Finanzen, aber keine Kapitalzahl in der Mitteilung. Die Commerce 25 trifft auf die einzige Top-10-Branche, deren Rang bei den Gründungen fiel.

Eine Lesart: Die Kapitalzahlen belohnen wenige große Hardware- und Software-Runden, und die Tech 25 wird deshalb im Kriterium Finanzierung dicht beieinanderliegen, weil das Volumen-Feld schon bei 25 Millionen Euro voll ist. Eine zweite Lesart: Die großen Runden verzerren den Blick, während die Punkte der Branchenlisten vor allem aus Substanz, Wirkung und Transparenz kommen, wo Größe allein nichts bringt. Welche Lesart trägt, zeigt erst die erste Ausgabe.

Was die Zahlen nicht zeigen

Beide Quellen zählen Unternehmen und Euro, keine Personen. Die Branchengrenzen der Quellen passen nicht auf unsere fünf Listen: Ein KI-Startup für Kreditentscheidungen kann bei startupdetector als Software zählen und bei uns als Fintech. Wie wir zuordnen und wie Einspruch gegen eine Zuordnung funktioniert, steht in der Methodik.

Kurz gesagt: Software liefert die Masse, Hardware das Kapital, und die Branchenliste entscheidet der Beleg, nicht die Branchenstatistik.